Witzig & Kraus kotzen sich aus… Mai 2012

.. und schon ist ́s wieder Mai. Der Monat, in dem die Resultate zweier Sommerromanzen (nämlich wir) wieder ein kleines bisschen älter werden (Witzig) bzw. gerade eben steinalt geworden sind (Kraus). Dabei hat er doch gerade eben noch in einem Interview geschrieben, der David Guetta, dass es heutzutage sogar ziemlich egal ist, wie alt ein DJ ist. Recht hat er! Älter werden ist schon traurig, aber in einem Learjet weint es sich relativ komfortabel.

Aber nachdem wir beide zusammen in zehn Jahren nicht im Ansatz soviel verdienen, was der Tom Hilner dem Herrn Guetta (der heißt tatsächlich mit bürgerlichem Namen David Guetta; grad gewikipediat) für einen Abend auf dem Königsplatz bezahlen dürfte, müssen wir uns eben wie die meisten anderen auch hin und wieder mal Gedanken darüber machen, was wir denn mal machen, wenn wir alt sind. Oder steinalt, im Falle vom Kraus.

Immerhin fragen uns unsere Freunde schon seit Jahren „Echt, DJ als Hauptberuf? Toll, aber was willste mal machen wenn Du alt bist?“ Gute Frage. Und was ist? Wir machen es immer noch. Und so ganz langsam kommt die Erkenntnis, dass die Frage der Leute eventuell gar nicht so unberechtigt war. Wahrscheinlich ist das dann diese sogenannte Reife. Weil irgendwie steckt man diese Partynächste nicht mehr so einfach weg wie früher. Weil früher, ja damals, ach mei…. was haben wir nicht damals… und so. Was haben wir nicht gerockt. Und heute feiert jedes Kokainbürscherl am Maximiliansplatz wilder als wir. Und haben oft auch eine angeborene Finanzsicherheit bis ins hohe Alter.

Aber schau sie Dir mal an, die großen DJ Namen. Diese Coxens und Moralesens und van Heldens dieser Erde. Alle älter als wir! Leider alle auch ein klitzekleinwenig erfolgreicher als wir, aber nur ein gaaanz kleines bisserl. Merkste was? Wo schreibt der Guetta? Im DJ MAG. Wo schreiben Witzig & Kraus? Eben. (Trotzdem ist die UNDERCOVER in ihrer 101. Ausgabe wieder mal das MAß der Dinge.) Aber auch von dieser Kolumne kann man nicht leben; und auch der glücklichste Leser bezahlt keine Nutten.

Aber jetzt kommt die Crux. Weisst schon, se kruschial point: Trotzdem lieben wir es, können super davon leben und werden es auch weiterhin tun. Wo saßt ihr heute den ganzen Tag? Im Büro. Wo saßen wir? Auf unseren fetten und faulen DJ-Ärschen im Biergarten. Gut, wir saßen eben auch nur deswegen im Biergarten, weil wir eben keine Superstars sind und deswegen auch nicht in der First Class Lounge auf dem Weg nach Dubai zum auflegen waren. Stattdessen haben wir unsere Steuerbescheide, GEMA- Formulare und Anwaltsschreiben heute mal schön im Briefkasten gelassen und trinken uns unser Leben schön. Und in der Tasche immer schön ein paar Dosen Adelskrone, um unter dem Tisch die Mass wieder aufzufüllen. Weil ab jetzt ist Schmalhans Küchenmeister! Die Mieten steigen, die DJ Gagen sinken angesichts dieser Heerschar dahergelaufener DJ-Kiddies, die mit ihren infamen iTunes Chartgeballere unser geliebtes Handwerk beschmutzen und sich mit ihren Taschengeldgagen in die Herzen der Clubbetreiber bzw. derer Finanzberater spielen. Sofern man da von Herz reden kann.

Wahrscheinlich stehen wir in 20 Jahren immer noch in den Clubs rum und machen Musik. Auf unseren kleinen Ghettobastern. Auf der Toilette. Und der Haidinger steht daneben und trinkt ne Weinschorle.

In diesem Sinne: Happy Birthday, immer nur weiter so und Prost. Eure alten Säcke Witzig & Kraus

4 thoughts on “Witzig & Kraus kotzen sich aus… Mai 2012”

  1. Hej, guter Roter wird immer besser mit den Jahren, man trinkt diesen dann halt mit mehr Genuß 😉

  2. Oha… naja – irgendwie habt ihr ja Recht… – ich meine das Gefälle zwischen diesen Guetta´s dieser Welt und den ITunes-Junkies ist schon recht groß… – ich glaube aber immer dass sich qualität am Ende durchsetzt… – das war beim Guetta so, das wird bei Euch so sein.
    Würde der Guetta nur noch Müll produzieren würde ihn keiner mehr buchen wollen – und dann könnte er zu Baumarkteröffnungen oder verkaufsoffenen Sonntagen im Möbelhaus auflegen…
    Wie gesagt – macht einfach weiter so – am Ende siegt immer die Qualität – und vielleicht ist der Ghettoblaster-Sound auf dem WC gar nicht so schlecht 😉

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