Wir sind Jamba!

Heute mal ein paar Gedanken über Musik und diejenigen, die von und mit ihr leben.

Wir sind Jamba! Hier der Beweis:

phreak inc ist jamba!

Ja, was soll man dazu sagen? Ich erzähle es mal aus meiner Sicht. Sehr lange schon mache ich – alleine oder mit anderen Menschen – Musik; Anfangs in den obligatorischen Bands, später mit erstem eigenem Studioequipment – immer das *naive* Ziel vor Augen, das sich damit doch sicherlich irgendwann auch mal Geld verdienen lässt. Klar: reich und berühmt, das solls sein.

Aber wo wollte ich hin? Ach ja, Jamba. Kurz gesagt: Viel Zeit im Studio verbracht, viel gemacht, kaum was released. Klar, die großen Labels hatten anfang dieser Dekade Angst, das das böse Internet ihre Cashcows (Musikliebhaber) zu einer Bande verbrecherischer Musikdiebe werden lässt. Also war die Kohle knapp und es wurde eben auf Nummer sicher gespielt und das komplette Marketing (ohne Marketing auch nachher keine Kundenflut) in die Britneys und Christinas dieser Welt gesteckt. Kurz gesagt: Kein Geld für neue Künstler, und schon garnicht welche aus Deutschland.

Jetzt schau sich das mal einer an: 8 Jahre später verkloppen die Majors dieser Welt ihre Musik übers Netz, und zwar deutlich mehr als auf Tonträgern. Beispiel SonyBMG: Keine Singleauskopplung ohne Klingelton, Videoklingelton, Freizeichenton, Online Musicstores und Dauerberieselung beim Hauseigenen Sender RTL; am besten noch ein Auftritt beim Geissen in der „ULTIMATIVEN CHARTSHOW“. Eigentlich ganz witzig, dieses Multilevelmarketing.

Schaut Euch mal die Werbung an: Wenn vor 10 Jahren jemand vorgeschlagen hätte, einen 70 Sekunden langen Werbespot zu schalten, in der 30 Musiktitel hintereinander vorgelesen werden (Wähle 15 für Duhastedengeilstenarschderwelt, wähle 16 für den besoffenen Elch)… und das im Nachmittagsprogramm… Ich behaupte, dieser jemand wäre seinerzeit seinen Job losgeworden. Vor allem wenn er noch vorgeschlagen hätte, das Ding im Internet zu verkaufen.

Es wurde hier ja vorgestern erst noch diskutiert: Mein Gott, die Leute wollen Scheisse, also kriegen sie Scheisse. Und bezahlen dafür.

Okay, ich schweife ab. Was wollte ich sagen? Ach ja: Wir haben ja immerhin das Glück gehabt, mal einen Remix von einem Top10-Song machen zu dürfen und damit auf die Single drauf zu kommen. Hat ja auch nicht jeder. Mit eigenen Tracks werden wir wohl nie in die offiziellen Charts kommen, dafür aber mit Remixen. Ist doch was. Und so passiert es doch tatsächlich, das man Musik und uns drei kleinen Münchner Fischen im großen Teich des Musikbusiness bei Jamba als Klingelton kaufen kann. Und bei Musicload. Und bei Itunes. Und so weiter. Tolle Sache, beim Musikmachen kann man nämlich nicht so einfach schnell mal nen Hit machen – jedenfalls nicht solange man sich nicht verkauft.

Mir bzw. uns gehts immer noch umd MUSIK MACHEN, und nicht ums MUSIK VERKAUFEN. Vielleicht ist das der Fehler. Oder irgenwann schüttelt man dann doch mal nen Hit aus dem Ärmel, der einem selber auch noch gefällt.. wer weiss?

Die große Zeit des BigBeat ist vorbei, und elektronisch kommt man heute nur noch mit Doktorspielen in die Charts. Oder Songs über Schlaflosigkeit.

Es sei Ihnen gegönnt. Anyway, schönes Wochenende derweil… Jens