Undercover im März

Kolumne März 2013

Also März ist echt ein saublöder Monat. Der Frühling steht vor der Tür, aber eben nur davor und kommt nicht rein. Wir sind zwar extrem geile Typen, aber dennoch keine Propheten und deshalb wissen wir auch nicht genau wie das Wetter im März sein wird. Erfahrungsgemäß wohl eher beschissen. Und was macht man denn schon während eines so halb angetäuschten Frühlings? Man geht abends in einen der gefühlten 3 Millionen Clubs in München, von denen in 2,99 Millionen gerade „Follow Rivers“ läuft und säuft. Das reimt sich und schon der Pumuckl lehrte uns „was sich reimt ist gut“. Jetzt kommt bestimmt die VG-Wort und will Tantiemen für die gute alte Ellis Kaut eintreiben. Obwohl, so unverschämt sind nur die Gema-Geier. Aber über den Verein haben wir in der Vergangenheit ja zur Genüge gelästert und deswegen: and now for something completely different.
Kennt das eigentlich noch einer von euch jungen smartphonefacebookipadverseuchten Saukrüppeln?
Ne, dann googlelt es mal schön mit euren smartphones oder fragt einen eurer 5.000000 Facebook-Freunde.
Über die Jugend von heute zu lästern macht zwar Spaß ist aber nicht sehr ergiebig und deswegen kommen wir zu unserer Kernkompetenz. Ähm ja, was war die noch mal?
Nachtlebengossip oder? Ja.
Da haben wir für euch eine schöne Städtereise nach Köln unternommen und den Fasching getestet.
Und trotz unserer Abneigung gegen diesen ganzen Verkleidungsunsinn waren es 4 herlliche Tage an denen wir viel Spaß hatten. Verwundert stellten wir fest, dass auch Heteros in Köln leben und die Clubs echt was können. Nur mit dem Bier im Reagenzglas können wir uns einfach nicht anfreunden. Alle 2 Minuten ein neues Bier bestellen nervt. Also bestellt man diese Kränze die man nirgends abstellen kann und hat gleich wieder ein paar Freisäufer an der Backe. Also liebe Kölner Gastronomen: Halbe und Massen einführen, dann kommen auch mehr Bayern zu euch. Und liebe Bayern, fahrt nach Köln. So viele hilfsbereite Leute wie dort haben wir selten getroffen.
Vom Türsteher bis zum Taxifahrer waren alle echt nett. Natürlich gehört das grantige schon zu München aber a bisserl wenga dürfte es schon sein. Auch sind die Kölner sehr münchnerfreundlich.
Mag sein das die Zweitligazugehörigkeit des 1. FC Köln dabei eine Rolle spielt. Die regelmäßigen Watschn die der FC Bayern den Erstligisten dieser Nation verteilt machen eben unbeliebt. Deshalb unser Geheimtipp für Städtereien in Deutschland: Zweit und Drittligisten- Städte sind zu bevorzugen.
Oder man gibt den Vollproll, lässt sich einen Vokuhila schneiden, kündigt seinen Job, benimmt sich wie ein Bauer (sorry an alle Landwirte) und wird für einen 1860er gehalten.

Die dritte Variante wäre eine Auslandsstädereise nach Barcelona oder London. Aber auch da mögen sie die Münchner ja nicht immer unbedingt super gerne. Oder die Deutschen im Allgemeinen. Woran auch immer das liegt, wir verstehen es nicht. Uns Deutsche gibt es in den Augen unserer Nachbarländer ja in mehreren Aggergatszuständen: Entweder reich, oder arrogant, oder dauerbesoffen, oder häßlich, oder alles zusammen. Wir hingegen werden ja niemals müde, unsere Nachbarn immer in den Himmel zu loben.
Oh, ihr fleissigen Griechen! Ach, ihr Fußballgötter aus den Niederlanden. Heureka, ihr Alpingötter im Transitland zum wunderbaren Italien! Wie gerne wären wir doch wie ihr! Immer ein offenes Ohr für den stets devoten Teutonen aus der Gegend zwischen Benelux und Balkan.
Und was wir nicht alles tun, um es uns schön international einuzurichten; allein schon bezogen auf unseren Berufszweig Nachtleben: La Notte Italiana! French House! Salsapartys! Supoerbowl Public Viewing! Bulgarenpartys! Russendisko! Der Wahnsinn, bei uns gibts alles! Und jetzt kommts: Was macht der Münchner?

Der Münchner rennt dann doch wieder schimpfend durchs Glockenbachviertel und moniert die fehlende Vielfalt und die Gentrifizierung. Meckernd geht er nach 10 Monaten auskotzen über die Touristenmassen trotzdem auf´d Wiesn und benimmt sich als „waschechter Münchner“ in waschechter Tracht aus waschechten Touriläden wie die Axt im Walde. Und nach der Wiesn wird wieder beteuert es sei ihm alles viel zu viel. Und wie immer gockelt er dann den Rest der Jahres doch wieder nur in den gleichen Läden rum; obwohl die Leute immer jünger, die Musik immer gleicher und alles irgendwie doof ist. Trotzdem findet er München und seine Attraktionen immer noch super.

Hauptsache nicht Berlin, ist klar. München, unser Millionendorf, jaja.
Wie auch immer, Kölle ist super.

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