DJ – Alltag: Wunschkonzert und DJ Tussis

Heute mal ein paar Zeilen über den Alltag eines DJs. Sowohl amüsierend als auch ermahnend gemeint, für all jene die glauben, als DJ macht man nichts als trinken und nachher die schönsten Frauen mit nach Hause nehmen.

Genau so ist es zwar, allerdings gibt es auch im fantastischen DJ-Dasein ein paar anstrengende bis nervige Komponenten.

druffi - hey dj
hey moasta, spuist amoi an SAMMA OF SIXTI NEIN?

Wie in einem älteren Artikel schon einmal beschrieben, gibt es die allgemein bekannte „Happy Birthday Problematik“.

Dafür gibts es ja bekanntlich noch elegante Lösungen; allerdings gehören die Rufe nach Geburtstagsständchen in einem Electroclub immer noch zu den niedlichen Auswüchsen der feiernden Gemeinde. Zumal man zu späterer Stunde von „Rufen“ garnicht mehr sprechen kann. Passender ist oft der Begriff „lallen“ oder „gröhlen“.

Nun steht man also an den Turntables und waltet seines Amtes, da kommt auch schon das erste Objekt der Kategorie 1 (besoffene Tante mit Liedwunsch) und lallt einem höflich, aber schwer verständlich, einen Song ins Ohr den man UNBEDINGT spielen muss „weil dann ja alle super feiern“ und sich ihre Klamotten vom Leibe reissen oder so. Man versteht sowieso weder welchen Song sie denn hören möchte, noch was sie sonst noch so faselt.

Da in der Zwischenzeit aber die aktuell laufende Scheibe gen Ende kreiselt, antwortet man hier noch höflich mit:

„KLAR, SPIEL ICH SPÄTER!“ – gelogen, aber dafür ist Ruhe (vorerst).

druffette
Kannst Du nicht mal was zum tanzen spielen?

Dann gibt es noch Leute der Kategorie 2:

  • Besserwisser jeglichen intellektuellen Grades
  • Schnöselkinder mit Papis Kreditkarte
  • Betrunkene Tussis die auf den DJ abfahren; Aufsteiger aus Kategorie 1
  • Bauern, Deppen, Trottel, Idioten, Ignoranten

Aus dieser Kategorie kommen gerne Sätze wie: „Also Du mascht echt a subba Musigg aba magscht ned amal was zum tanze schbielen?“

Als Antwort empfiehlt Experte Jo Kraus: „Du warte, ich schaue mal schnell unter „T“ wie „tanzen“ nach. Nein sorry, nichts dabei.“

Richtig lustig wird es dann ab Kategorie 3:

  • Zombies
  • Druffies
  • Volltrunkene DJ-Schlampen
  • bekokste Promis
  • vom Publikum genervtes Barpersonal

raver
Kein Zweifel – Kategorie 3
Kategorie 3 gibts in der Regel erst ab 04:00 morgens und hebt alle vorherigen Kategorien auf. Vereinfacht gesagt: um diese Uhrzeit kommen GRUNDSÄTZLICH nur noch Deppen zum DJ und wollen alles, nur nicht brauchbare Musikwünsche platzieren. Am besten gänzlich ignorieren. Oder: schleunigst selber in diese Kategorie aufsteigen. Prost!

Hier noch eine Liste unserer Lieblingssätze von Objekten aller Kategorien:

  1. „Hey Ditschi, spuist amoi an Samma of Sixti nein?“ (meist von Typen mit Handy am Gürtel und Schnauzer)
  2. „Hey Ditschi, spuist amoi an Koko Jambo?“ (der selbe Typ, nur eine Stunde später)
  3. „Duu-hu, magst Du nicht mal Black spielen?“ (In einem Technoladen, eh klar.)
  4. „Hey, was Du spielst das will hier keiner hören!“ (Muss aber jeder hören, schade.)
  5. „Darf ich auch mal eine Nummer spielen?“ (Klar. Hier sind meine Autoschlüssel, nimm den Wagen auch gleich mit.)
  6. „Ich zahl Dir 100€ wenn DU … spielst!“ (Verpiss Dich einfach,Poser.)
  7. „Hey! Mein Name ist xxx! Spielst Du bitte …?“ (Irgendein F-Promi. Hau ab, Du Nichts.)
  8. „Der DJ XYZ ist viel besser als Du!“ (Mir kommen die Tränen. Und jetzt hau ab.)
  9. „HALLSLLLSSLFFLFSSLSMM!!!“ (Ah ja, gaaanz genau. Tip: Türsteher rufen, entfernen lassen.)
  10. „…….! …….! …..???“ (Monitor beim annähern des Objekts so laut gedreht, das ALLE die Finger in den Ohren haben und man selbst beim besten Willen NICHTS mehr versteht; allein schon weil man damit beschäftigt ist, gegen die drohende Ohnmacht anzukämpfen. Bestes Mittel der Wahl.)

Fazit: Lasst Euch nicht volllabern. Ihr macht den Job, es ist Euer Abend und wem das nicht passt, der soll Deutschlandfunk hören und Erdbeerschaumwein trinken.

Amen.