Serato kills Vinyl – oder so ähnlich

Die Hardliner unter den DJ´s sagen es ja schon lange: Traktor Scratch und Serato töten die gute alte Schallplatte. Und mit jedem Kauf von Serato oder Finalscratch muss ein Plattenladen schließen und mindestens 3 Katzenbabys sterben. Oder so ähnlich.

Serato Plattenpressung
Serato Plattenpressung

Man stelle sich das einmal so vor: Ein jeder DJ, der (aus welchem Grunde auch immer) zu einem Digital DJ System wechselt, kauft immer weniger Schallplatten (wenn überhaupt noch). Auch die Labels reagieren darauf und bringen immer öfter Ihre Muster nur noch als mp3 unter die Leute. Und Plattformen wie Beatport oder Musicload versetzen der Vinyl- und CD Industrie den Todesstoß. Den ganzen kleinen Plattenläden ums Eck erst recht. Klar, viele Sachen gibts nach wie vor nur auf Platte, aber – Hand aufs Herz – einmal digital, dann rennt kaum noch jemand trotzdem zum Plattenkaufen.

Abgesehen von ein paar Sonderpressungen, die auf eBay immer noch Höchstpreise erreichen (und ich rede hier ironischerweise von limitierten SERATO-Sonderpressungen auf buntem Vinyl), tut sich auf dem Schwarzscheibenmarkt immer weniger und jeder dritte Schallplattenverchecker erhängt sich in seinem gespenstisch leerem Laden.

Und jetzt kommen die lustigen Jungs von Serato daher und verkünden ein Joint Venture mit ein paar kleinen Labels, um in Zukunft Musik (ja, Musik, das ist das Zeug mit dem Kopfnicken und Popowackeln) auf die A- oder B-Seiten Ihrer Timecodevinyls zu pressen.

Aha. So eine Art Dog-eat-dog Taktik oder wie? Wofür das?
Erstens: Wenn ich ein Timecode Vinyl kaufe, dann will ich auch 2 Seiten mit Timecode haben. Die Dinger sind sauteuer und halten nun einmal nicht so lange, da man ja den ganzen Abend immer auf einer Scheibe spielt. Es ist zwar nett, wenn auf der Rückseite ein Musikstück ist, aber leider verzeiht einem die tanzende Partymeute keine Sätze wie:

“Ähm sorry, mein Vinyl ist verkratzt, aber keine Angst: Die coolen Hunde von Serato haben einen echten Musiktrack auf die Rückseite gepresst, den hören wir jetzt den Rest des Abends, okay?”

ghettoblaster
Der Burschi hat andere Probleme.

Hier meine Meinung: Ist ja echt eine nette Idee von Serato, durch einen solchen PR-Gag irgendwie das Image vom Musikmordenden Computerersatzteilehersteller abzulegen, aber so einen Unsinn habe ich schon lange nicht mehr gehört. Aber was tut man nicht alles, um auch jede noch so kleine Nische zu belegen. Bitteschön, viel Spaß damit. Ich befürchte ohne mich.

3 thoughts on “Serato kills Vinyl – oder so ähnlich”

  1. Also was für ein Unsinn! Die sollen mal lieber Haken für die USB Kable an Ihre Hardware anbringen und dann das Zeug billgier verkaufen antatt so einen Scheiss zu machen

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