DJ – Hölle: Weihnachtsfeiern

Ich wollte ja eigentlich garnicht darüber schreiben. Es ist ja sowieso immer das gleiche:

Das Jahr neigt sich dem Ende, und es hagelt Weihanchtsfeiern. Es ist mittlerweile sogar schon schwierig, Anfang Dezember an einem Donnerstag Abend ein eine Tisch in einem Restaurant, geschweige denn einTaxi zu bekommen. Alles weg, reserviert, nix, nada. Warum? Weihnachtsfeiern. Nicht das ihr mich falsch versteht: Ich lege gerne auf Weihnachtsfeiern auf. Manchmal. Öfter aber macht man es nur weil wegen dem Geld und so.

dj weihnachten

Ein Paradebeispiel habe ich gestern erlebt: Medienunternehmen, 150 Leute, jung, dynamisch, langweilig. Schöne Location, gutes Buffet… und eine miese Band. Ein Band, die um 23 Uhr vor einer ganzen Horde betrunkener Officecowboys auf einmal nur noch Schnulzen spielt. Grausam.

Und dann passierts: Die Band ist (endlich) fertig und hinterlässt dem DJ einen Party-Scherbenhaufen. 23Uhr30, da geht noch was, Ärmel hochgekrempelt und los gehts. Und schon steht er vor mir: Der Prototyp eines Nerds, noch nie die Sonne gesehen, Muttersprache C++: der Computerfuzzi der Firma. Und beschimpft mich, weil keiner tanzt. Und das, obwohl die erste Scheibe erst seit 34 Sekunden läuft. Anschließend die übliche Litanei: Man müsse jetz XYZ spielen, weil dann alle tanzen und überhaupt würden alle auf Tango/Schlager/Trashmetal/Clustermusik abfahren und Ahnung hab ich auch nicht. Fuchtelt mir einer CD, auf der sich DER HIT DES JAHRTAUSENDS befindet und mir sei die Ehre zuteil, jetzt diesen HIT spielen zu dürfen.

Anschließend geht er wieder, um den Rest des Abends erfolglos an allen Frauen rumzugraben und schließlich doch wieder alleine betrunken irgendwo an der Bar einzuschlafen. Frohe Weihnachten auch.

Also wie gesagt: Grundsätzlich mag ich Weihnachtsfeiern. Wir haben schon auf unglaublich guten und tollen Weihnachtsfeiern aufgelegt, aber es gibt eben auch genau so viele furchtbar langweilige Zwangsevents, an denen hochdekoriete Manager jeden Anstand verlieren und dieTippse befummeln… und dabei ist das doch unser Job.

In diesem Sinne,

Jens