Digital DJ oder: Das macht doch eh der Laptop

Der brilliante Gastbeitrag von DJ Real animiert mich dazu, einmal ein paar Zeilen zu “LaptopDJs” usw zu verlieren.

Die Geschichte fängt vor ca. 9 Jahren an. Ich ging gerade im Kunstpark Ost durch die Schinkenstraße, vorbei am alten K41 in Richtung Milchbar; als ich einen mir bekannten DJ – nennen wir ihn mal Krosef Jaus – treffe. Krosef Jaus schob einen Sackkarren beladen mit drei 100er Aluplattencases sowie einem CD Koffer vor sich her und trug noch eine Plattentasche über der Schulter. Zugegeben, es gibt schlimmeres als den Krosef mal arbeiten zu sehen, allerdings wurde nur wenige Monate später sein damaliges Problem ebenfalls zu meinem.

teller

Die Problematik: Man spielt in Clubs mit gemischter Musik, auf Firmenevents oder auch auf Messen und versucht, so viele Platten und CDs wie nur irgend möglich mitzunehmen, damit man für alle Fälle gewappnet ist. Jetzt hatte die Sache aber nicht nur Nachteile: Erstens hatte man wirklich eine große Auswahl Musik mit dabei und zweitens standen die Schallplattenkoffer auf dem extra dafür vorgesehenem Platz in der DJ Kanzel. Heute wird diese Fläche vornehmlich von besoffenen Partygästen dazu genutzt Ihre Getränke dort abzustellen und umzuschütten – oder Ihre Jacken da ungefragt abzulegen und bei der Gelegenheit gleich noch den Drink vom DJ zu klauen (siehe Beitrag vom Markus).

Aber zurück zum Thema: Ich erinnere mich an unzählige Situationen, in denen wir oder nur ich alleine Zentnerweise Vinyl über riesige Messegelände geschleppt habe und meine Arme durch die ackerei dann zum auflegen garnicht mehr zu gebrauchen waren. Oder eine Situation, in der man dann zu faul war, die auf der Messe Hannover ausgeliehene Sackkarre wieder zurück zu bringen (gefühlte 1000km nach nur 25 Voka Lemon) und sich damit auch entsprechend Ärger eingehandelt hat.

schallplatte

Anyway, eine Lösung musste her. Und die versprachen Stanton und Native Instruments mit Finalscratch – Die Songs vom Computer, aber die Steuerung der Songs nach wie vor von Platte – dabei unbegrenzt Musik dabeihaben und kaum mehr was zu schleppen – Wahnsinn! Leider war die erste Version von Finalscratch langsam, laggy und scheisse.. mal kurz gesagt.

Ich gehe da jetzt garnicht mehr tiefer in Erklärungsdetails, wer sich unter solchen Systemen nichts vorstellen kann der mache sich schlau. Yahooglelipedia usw. Jedenfalls gibt es heute eine ganze Reihe gut funktionierender Digital-DJ Systeme (sofern einem niemand Getränke ins Notebook schüttet…), wovon sich 1-2 Systeme etabliert haben, da sie relativ schnell und einfach angestöpselt sind und los gehts. Zudem kann man heutzutage auch einwandfrei mit CDs auflegen – Pioneer machts möglich.

Und schon kommen wir zur Quintessenz des ganzen Geschwafels: Die Leute. Also die, die eigentlich ihrer urspünglichen Bestimmung (trinken, tanzen) nachkommen sollten, es aber nicht tun, weil sie Ihr Zeit lieber mit blöde Fragen fragen verbringen. Oder Musiktitel befehlen (siehe DJ Reals Beitrags). Oder Drinks in Notebooks schütten. Oder Jacken auf den für Plattenkoffer vorgesehenen Ablagen ablegen. Aber zurück zum Thema: Hier eine kleine Sammlung an Fragen/Aussagen zum Thema DJ und Computer:

  • Du legst ja garnicht auf. (Ein Klassiker)
  • Du legst nicht auf weil Du Deine Platten nicht wechselst (Ein ganz ein schlauer)
  • Das kommt doch eh alles vom Computer, also pose nicht rum mit Deinen Platten
  • Man hört, das das MP3s sind. (Respekt. Wahrscheinlich hast Du auch so ein gutes Geruchsorgan, das Du jetzt als Drogenhund arbeitest)
  • Echte DIEHDSCHAIS legen nicht mit CDs auf. (…)
  • Schöner Laptop – lass mich da mal was reinschütten.
  • Lieblingsdialog: “Wie funktioniert das?” Man hat gerade Zeit und/oder gute Laune und erklärt geduldig und ausführlich in einfacher Allgemeintermina die grobe funktionsweise des Systems. “Aha, verstanden. Soso. Echt cool. Aber die Musik kommt da jetzt vom Kommpjiuter oder? Dann legst Du ja garnicht auf oder?” (Fassungslos anstarren, wortlos wegdrehen und Hauptspeicher resetten)

Ein Vorteil der guten alten Plattenkistenschlepperei fällt mir noch ein: Die Cover. Man wühlt durch den Koffer, sieht die Cover und hat sofort den Song im Kopf. Platte schräg ins Case – gemerkt für später. Dann muss man weniger denken und hat mehr Zeit sich über die Leute aufzuregen… aber das ist ja bekanntlich eine andere Geschichte. Und sooo ein schlechtes Leben haben wir jetzt ja doch nicht.

Meinungen und Kommentare erwünscht. Bussibussi, Jens

22 thoughts on “Digital DJ oder: Das macht doch eh der Laptop”

  1. ja ja der blaue mobilfunk anbieter

    und vielen dank für den Nachhilfe unterricht in sachen plattenteller rühren oder auch nicht

    gemeint waren von mir dj ( und es gibt sie) die ausschließlich alles den pc machen lassen

    ein frage hätt ich doch bezgl. party planung

    worin besteht der feine aber kleine unterschied zwischen der ankündigung :
    fr: dj kraus und dj air
    sa: dj air und dj kraus

    etwa darin, dass freitag jo der chef ist und die platten der air schleppt und auf seine getränke aufpaßt
    und Samstag der spieß umgedreht wird
    (jens muss alles alleine machen aber traditionelle sind die leute ja so voll um die uhrzeit dass sie sogar so großzügig werden und den jens mit getränken begiessen .-))

    oder

    ist es so zu interpretieren
    fr:
    22- 02 uhr jo
    02 –05 air
    05-11 jens

    sa
    22 –02 air
    02-05 jo
    05-13 jens

    in diesem sinne
    schönes we
    und bussi
    freu mich schon auf das wort zum weekend

    mix sogar besser wie neues cover
    das wird dann hoffentlich auch aufgelegt ähm eingespielt:-)

  2. Willi Reiter, aber der fährt Motorrad? Bin nicht so gut im googeln.
    Ist ja auch wurscht, jedenfalls ist der so ein milchbar urgestein. Der lutscht doch nicht etwa die Eiswürfel ab, bevor er sie in meinen Prosecco schmeißt.
    Jetzt bestelle ich dann nur noch Prosecco ohne Eis, bitte…

  3. @ Bisous: Ach, Du meinst den dürren Fürstenfeldbrucker?
    Mein Tipp: Hillclimber. Frohes Googlen!
    @ Simon: Es ist egal, womit er die Eiswürfel anfasst…. es sind die Eiswürfel an sich, die ich nicht in den Mund nehmen würde.

  4. Klar, da paß ich auch schon seit 100 Jahren immer schön auf. Dem möchte man immer was zu essen geben, weil er so dürr ist…
    Aber, Ihr mb Djs verratet mir doch mal, wer auf dem Schild bei Eurer Kassenfrau neben Jo zugeklebt ist? Die will’s mir nie sagen und antwortet immer nur so mysteriöse Dinge, wie, der arbeitet schon seit Jahren nicht mehr hier.
    Sie würde bestimmt staunen, wenn ich nächstes Mal weiß, wer da stand…

  5. Joseph parle francais? Incroyable, quelle nouvelle! Et tu sais, ce que veut dire “Bisous”?
    N’importe quoi. Un gros bisou pour le deejay…

  6. @ Nadine: Weil die uns den Arsch mit Euros zupflastern und wir zu blöd für jeden regulären Job sind. Ausserdem machts ja hin und wieder doch ein bisschen Spass.un petit peu.

  7. “Schöner Laptop – lass mich da mal was reinschütten.” — Bruahaha wie geil ist das denn??? Lange nicht mehr so gelacht! Merci!

  8. Also am Besten: Jukebox + Getränkeautomat + Drehtür (mit Münzeinwurf) und fertig ist der neue Club:-)
    Großartig
    @Jens: Hoffe Laptop hast du wieder reanimieren können.

  9. Ist es denn wirklich soo schlimm mit den Leuten? Ich frage mich manchmal, warum Ihr das überhaupt macht wenn Ihr Euch immer nur so ärgert. Andererseits kann ich das in manchen Punkten schon gut verstehen (vor allem mit dem Laptop) Ansonsten: sehr spaßig zu lesen, weiter so! lg, N.

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