Die Werdegänge aller DJs aus Scooters Hyper Hyper

Toller Artikel von Tanith, der sich die Mühe gemacht hat einmal zu recherchieren was aus den DJs geworden ist, die Scooter seinerzeit in Ihrem “Hpyer Hyper” erwähnt bzw. gebrüllt haben.

Westbam: Nachdem dem kommerziellen Overkill gingen wohl die Ideen aus. Daraufhin tat Mr. Nomorefuckingrock’nroll das was alle tun wenn das Schiff sinkt, man versucht sich als Liveact. Das letzte was ich von ihm sah war also ein Video, in dem er mit umgeschnallter Gitarre posierte. Tritt heute immer noch auf und lässt sich bestimmt wie eh und je feiern. Hat das Pech das jede authentische Technodoku ohne ihn auskommen will.

Marusha: Kind gekriegt, kurzes Engagement bei der Castingshow Popstars, zwei Alben in den Sand gesetzt, Radiosendung verloren, tourt immer noch durch die Gegend.

DJ Dick: mußte feststellen das das gewählte Pseudonym für eine Weltkarriere eher untauglich ist und hat vielleicht auch deshalb schon früh die DJ-Arena wieder verlassen, dann die Loveparade gemanagt, war am Anfang des neuen Tresor’s beteiligt, ist aber schon bald wieder ausgestiegen, keine Ahnung was er jetzt macht

Steve Mason: hat eine Weile lang Raveline Kolummnen geschrieben, und zuletzt in Kollaboration mit u.a. Jens Mahlstedt Breakstracks in England veröffentlicht, ist jetzt aber auch schon wieder ein paar Jährchen her, seitdem ist es sehr still um ihn geworden.

Carl Cox: unser Dickerchen aus UK ist natürlich immer noch mit vollem Schweißeinsatz weltweit unterwegs und hat angekündigt nächstes Jahr sein Label Intec zu reaktivieren.

Hooligan: Habe seine Wandlung vom Gabberatzen zum “House DJ” Da Hool noch mitgekriegt, macht jetzt komischen Kram zwischen Kommerz und was man wohl im Ruhrpott unter “Progressive” versteht, hab ihn schon lange nicht mehr angekündigt gesehen, legt der noch auf?

Cosmic Baby: Nach raketensteilem Start kam schnell der Abturn für Cosmic, nachdem Sven ihm per Plattendeal den Delfin abgekauft hatte zog sich Cosmic aus dem Ravetrubel zurück und vertone Hörspiele und wandte sich wieder der eher klassischen Musik zu.

Kid Paul: Wer so früh startet kriegt die Sinnkrise wohl auch früher als andere, es muß so 95 oder 96 gewesen sein, da kam er aus einem Urlaub zurück, hatte partout keinen Bock mehr auf den Zirkus und hängte die Slipmats an den Nagel. Wandte sich dem Hiphop zu und startete das Label Ism. Heute ist er glühender Verehrer von Nurave und hat da auch einen Blog, den er aber lieber anonym betreibt.

Dag: Wanderte Mitte der 90er ins gelobte Land USA aus, mußte aber feststellen das Indianer und Easy Rider auch da nicht den Träumen entsprechen die man so hat, siedelte erst in Ibiza an und lebt heute als Alleinerziehender Vater wieder bei seiner Eintracht Frankfurt und legt immer noch auf.

Mijk van Dijk: Immer noch produzierend und auflegend unterwegs, hatte Hell bei seinem letzten Album unterstützt und probiert sich gerade mit seinem neuen Projekt The Change an einem neuen Stil, den er Nu Funk nennt und sich an seinen Roots, dem Funk der 70er und 80er, orientiert.

Jens Lissat: Den hatte ich, als ich ihn das letzte mal sah, schon völlig verloren gegeben, ein Kokswrack vor dem Herrn. Dann hörte ich ein paar Jahre nichts von ihm und plötzlich ist er mit Voltaxx und gesunder Lebensweise wieder da. Musikalisch not my cup of Tea, aber besser als den Löffel abgegeben zu haben, wie der Herr mit gleichem Namen zu dem wir gleich kommen.

Lenny D: Ist seit Industrial Strength auf dem Gabber/Hardcoretrip hängen geblieben und tourt darauf immer noch durch die Weltgeschichte

Sven Väth: Hat immer noch Guude Laune und ist wohl der hardest working man im Technobizz, man kann zu ihm stehen wie man will, aber seinem Einsatz muß man schon Respekt zollen

Marc Spoon: Tja, R.I.P. zuletzt war ich mit ihm noch in der Türkei, wo ich erst erfuhr das er mittlerweile in Berlin lebt. Ein paar Monate später hat er wohl den Preis für seinen Lebenswandel gezahlt.

Marco Zaffarano: Als ich ihn letztes Jahr auf einer Classicsparty traf erzählte er mir, das er mittlerweile irgendwo im Ruhrgebiet lebt und einer ganz gewöhnlichen Arbeit nachgeht.

Hell: Unter dem Zusammenbruch von Electroclash litt auch sein kleines Gigoloimperium. Seitdem befindet er sich in der Neuerfindung, tourt zwar noch heftig durch die Lande, aber das mit dem Opinionleaden haben mittlerweile andere übernommen. Schönes Beispiel was passieren kann, wenn man einem Image zu sehr verhaftet ist.

Paul Elstak: Hab ich völlig aus den Augen verloren, seine Myspaceseite sagt er sei “one of the most booked deejays in the hardcore scene” was immer das heißen mag und scheint auch schon länger nicht geupdatet zu sein. Nach dem was man da hört widmet er sich immer noch der verzerrten Bassdrum.

Mate Galic: Der ehemals durchgeknallteste Kölner ist heute Mitbetreiber von Native Instruments in Berlin.

Roland Casper: Ist immer noch ein Vertreter der alten DJ Schule und legt nach wie vor bevorzugt im Kölner Raum auf
Sylvie: Wenn damit Sylvie Marks gemeint ist, die produziert nach wie vor unter dem Namen Hal 9000 unter anderem auf BPitch und hat eine Radioshow auf Radio X

Miss Djax: feierte dieser Tage groß den 20 Geburtstag ihres DJAX-UP Labels, realeaste in diesem Zuge sogar eine DVD mit der Geschichte des Labels und tourt noch fleissig im Namen des harten Techno um die Welt

Jens Mahlstedt: Traf ich letztens in Frankfurt zu einer Classicsveranstaltung, lebt jetzt wieder in Deutschland, nachdem es ihn nach England verschlagen hatte und produziert nach wie vor, aber eben nicht nur für den Dancefloor und hat verschiedene Projekte am laufen.

Tanith: Nun, hier bin ich

Laurent Garnier: Produziert und tourt nach wie vor

Special: war kurz auf Facebook, ist aber schon wieder weg da. Schraubt wohl immer noch an alten Autos. Gemeinsame Freunde erzählen unterschiedliche Geschichten über ihn, ich habe ihn seit Jahren nicht mehr gesehen, auflegen tut er nicht mehr.

Pascal FEOS: Produziert und tourt nach wie vor

Gary D: weiß jetzt nicht ob er seine D-Trance Compilations immer noch betreibt, wenn dann müßte die schon in den Hunderternummern angekommen sein. Wenn dann legt er wohl immer noch im Hamburger Tunnel auf und liegt wohl irgendwo zwischen Trance und Hardstyle.

Gizmo: Keine Ahnung was mit Gizmo passiert ist, sein letztes Werk ist eine Compilation seiner Werke, die 1997 aufhört

Insgesamt war es bei der Recherche erschütternd zu sehen, das viele Webseiten und sogar Myspaceseiten der ehemaligen Helden völlig verwaist sind, man sieht fast das Tumbleweed über die Seiten rollen. Die alten Helden scheinen zum großen Teil, bis auf ein paar gut gemanagte Ausnahmen, vergessen zu sein und haben sich entweder aus dem Business zurückgezogen oder sind auf andere Felder ausgewichen. Bei vielen hat man das Gefühl das sie einfach viel zu lange auf dem hängengeblieben sind mit was sie mal groß wurden.

 

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und wer das nicht mehr kennt, hier noch das Video:

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