Das Wort zum Osterwochenende von Pfarrer Christian Schreiner

Zum heutigen Karfreitag hat uns mein Cousin, Pfarrer Christian Schreiner aus Kolbermoor, die ganz besondere Ehre erwiesen ein paar Gedanken zum Karfreitag und Tanzverbot aufzuschreiben. Vielen herzlichen Dank hierfür, insbesondere für die spontane Zusage!
Christian Schreiner

Karfreitag. Warum heißt der eigentlich so? Und was soll das eigentlich? Christus, für unsere Sünden gestorben. Das versteht doch kein Mensch.
„Kar“ – das kommt vom althochdeutschen „Chara“, das heißt Trauer. Also trauriger Freitag. Traurig schon allein, weil Clubs und Bars geschlossen bleiben. Tanzverbot, sagt man.
Für mich ist der Karfreitag schon wichtig. Klar, ich bin Pfarrer; aber nicht nur deshalb.
Ich finde es ja auch schön, dass am Sonntag immer die meisten Läden geschlossen sind. Ein Tag der Ruhe, der uns da geschenkt wird. Ich habe zwei Jahre in Kanada gelebt; da sind wir oft am Sonntag einkaufen gegangen. Das war praktisch – aber irgendwie auch schade. Meiner Frau, einer Kanadierin, tut es total gut, hier am Sonntag nicht einkaufen gehen zu können, sagt sie.
Aber zurück zum Karfreitag. Auch da finde ich es ganz heilsam, mal abends nicht weggehen zu können. Schon macht es das nächste Mal mehr Spaß. Dadurch bekommt das Weggehen doch auch wieder mehr Wertschätzung – wenn es zwischendurch mal nicht geht.
Und dann noch die Sache mit Christus. „Für unsere Sünden gestorben“ – das sagt mir eigentlich auch nichts. Aber sehr schön finde ich es zu wissen: Wie schlecht es mir auch gehen mag; so tief ich auch unten sein mag – Gott war schon da! Die tiefste Verzweiflung und Gottverlassenheit hat Jesus selber am Kreuz erlebt. Für mich ist das die größtmögliche Solidarität. Das tut gut.
Was auch immer passiert: Ich kann nicht tiefer fallen als immer nur in Gottes Hand.