Category Archives: Das Wort zum Wochenende

DJ´s aus aller Welt schreiben im DJ München Blog das Wort zum Wochenende.

Das Wort zum Wochenende von Jens und Jo

So, liebe Kinder,

was ne Woche, oder? Hammer Wetter, schwül bis heiss und hitzige Wortgefechte bei uns aufm Blog. Wo man einerseits bis spät in die Nacht im Shirt draussen sitzen konnte hat es uns doch immer wieder auf die Diskussionsseite gezogen um Eure Meinungen zu bewundern.

Wir finden: Schön, das Ihr Euch so rege hier austauscht und schön, das Ihr auch gerne und häufig hier vorbeischaut.

Nochmal Klartext: Wir verstehen dieses Blog als lustiges Projekt nebenbei; niemand verdient etwas daran und mit den drei Bannerklicks bezahlen wir das Hosting. Trotzdem bemühen wir uns, jeden Tag etwas zu schreiben, das für DJs, Musiker und Nachtschwärmer interessant sein könnte. Naja, immerhin bemühen wir uns.

Sofern wir können, versuchen wir hin und wieder ein paar Gästelistenplätze zu verlosen und hin und wieder mal einen neuen Track von uns oder anderen vorzustellen.

Was uns freuen würde: Feedback, Anregungen, gute Links, Blödsinn und alles was Spaß macht, denn genau darum gehts uns hier auch. Wir wollen, das dieses Baby genau so gut bleibt wie wir (und Ihr hoffentlich auch) es finden/findet und das es noch besser wird, ohne gleich eine kommerzielle und Geldgesteuerte Werbeplattform in der Nachtlebensparte wird.

Also traut Euch, schreibt was das Zeug hält und jetzt ab mit Euch, raus in den Biergarten! Wo samma denn!

Bussi und Baba,

Jens & Jo

Das Wort zum Wochenende feat. Seeed

Heute mal ein – wie ich finde – sehr schönes und passendes Wort zum Wochenende: Aufstehn! von Seeed.

Angesprochen fühlen dürfen sich:

  • Alle, die sich auf, über und an dem Sommer erfreuen
  • Alle DJ´s, die derzeit nicht aufstehen können. Höhö.

Schönes Wochenende; nächste Woche wieder mehr Posts aud DJ München, versprochen. here we go:

Seeed – “Aufstehn!”
Album: “Next!” (2005)

yoah
Die Nacht ist vorbei,
die bösen Geister sind weg,
ich heb dich ausm Bett
und mach Cafe der tote Tanten weckt!
Sind schön angezapt,
löschen unsern Brand mit Sekt
und fahrn an Strand!
das leben fieber
wir ham uns angesteckt.
Gestern wars so kalt
Heute isses heiss,
sonne macht geil
und weil das so ist
scheint sie heut zum Beweis
das Radio klingt feist
Gestern war in den top 10 scheiss,
Heut ist die Liste heiss
und du tanzt,
dass ich Gott für deine Kiste preis!!

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Das Wort zum Wochenende feat. DJ Agony

Aus einem ganz normalen Monat eines Plattendrehers / Part 01…

Hmmm… schon der Zehnte des Monats… könnte mal die Resident-Clubs anmailen, wie es mit Bookings im folgenden Monat aussieht… muss ja die Wochenenden bisserl planen! Und an die Samstags-Termine könnte man hier und da noch ne Sonntag-Afterhour dranhängen… Freitag auf Samstag lieber nicht auch noch… zweimal am Wochenende durchmachen mit Komplettabsturz muss auch nicht unbedingt sein! Extra aufstehen deswegen? Bei dem geilen Wetter momentan? Nie im Leben! Ist ja schon immer bisserl frustrierend, wenn ich mal Afterhour spiele und dann rufen am Wochenende wieder die Jungs an: „Altaaa, wie schaugt’s aus? Grillinger bei mir zu Hause im Garten? Alle kommen!“ – „Wer sind alle? Du und Deine Freundin, oda was?“ – „Lass die Witze… im Ernst… was los mit Dir?“ – „Kann leider nicht… muss in der Früh spielen und von dem ganzen Jägermeister hab’ ich dann so ne labbrige Birne….. da muss ich mich echt erstmal lockern“ – „Scheissdreck musst Du!“ – „Nee, echt“ – „Kann man nix machen… na ja, hau’ rein!“

Auf genau solche Telefonate hab’ ich im Sommer nicht wirklich Bock! Hier und da mal ne Frühschicht ist voll Ordnung und macht auch richtig Gaudi… schön angedüdelt mit schwankendem Gang und ein paar Spezln, die wie außer Kontrolle geratene Satelliten um einen rumkreisen, in die dunkle Afterhour-Hölle starten…………. aber jedes Wochenende? Ganz ehrlich? Näää! Aber andererseits… macht schon auch Bock um die Zeit! Fast nur komplett verballerte Menschenreste, die zu jedem noch so minimalistischen Lied abgehen, als wären es die ersten Töne, die sie in ihrem Leben hören… Find’ ich ja auch schon als Gast nicht ohne… aber wenn man am Pult steht, schon ein geiles Gefühl *grins*… aber dann hin und wieder die anstrengenden Gäste, die mit ihrem Pegel denken „was der kann, kann ich auch!“: „Altaaa… lass’ mich auch mal so’n Übergang machen“ – „Sag’ mal… wer bist Du eigentlich… drei Tage wach, oda was? Lass’ das mal lieber mich machen und geh’ wieder runter feiern“!

Man will ja nicht unhöflich sein… und man kennt sich ja selber, wenn man dicht ist *megagrins*! Apropos „man kennt sich ja selber, wenn man dicht ist“… auch die Kollegen wollen natürlich zum Feierabend noch mal an die Teller…. aber nur selten mit den eigenen Scheiben: „Oidaaaa, bin ich zuaaa…. lass’ mich auch mal eine machen“ – „Ja ja, schon gut…. wennst bitte den Wodka-Bull über meinem offenen Plattenkoffer wegnimmst *schwitz*, kannst gerne Gas geben“ – „Jetzt mach’ Dich mal locker, ich rock’ die scheiss Bude jetzt mal richtig!“ – „Ja ja, is’ scho’ Recht, mach’ Du mal… ich geh’ schnell pissen!“

Komisch, keine Musik mehr…. und der Übergang war auch nicht so der Knaller!

„Altaaa… was machst Du denn?“ – „Keine Ahnung… scheisse hier…. bin ich zuaaaa!“ – „Ja, das seh’ ich… sag’ mal, geht’s eigentlich noch… lass’ mich mal wieder ran!“.

Scheisse, was macht denn jetzt der Veranstalter hier? „Ich hab’ wieder alles im Griff!“ – „Wieso lässt Du denn auch die b’soff’ne Sau ran?“ – „Mann, der wollte halt auch mal….. kann ja normal auch… mit weniger Alkohol im Schädel!“ Mach’ ich mal lieber wieder weiter…!

Ah, die Mail mit den Terminen kommt rein! Fuck… letzten Monat war’s ein Termin mehr… na ja, im Sommer schon O.K… evtl. gibt’s nächsten Monat wieder hier und da nen Gig zusätzlich… kann man nix machen… erstmal die anderen Veranstalter anmailen und gucken… da geht bestimmt auch einiges!

Das Wort zum Wochenende von Nick Hornby

Auszug aus dem Roman “High Fidelity” von Nick Hornby zum Thema Mixtape:

“Ein Mixtape zu machen ist eine heikle Kunst. Es gibt eine Menge Regeln. Sei vorsichtig. Es ist schwierig, mit den Worten anderer zu sagen, was du fühlst. Ein Mixtape machen ist wie Schluss machen: Schwierig und dauert länger als es den Anschein hat. Du musst mit einem Killer anfangen, um Aufmerksamkeit zu bekommen. Dann musst du ein bisschen besser werden, aber nicht zu gut, danach kühlst du es ein bisschen wieder runter. Zwei aufeinander folgende Lieder dürfen nicht von demselben Interpreten sein, es sei denn, du machst alles in Paaren.”

Mixtapes sollte man Profis überlassen, nicht irgendwelchen Amateuren. Dann aber kann so etwas verantwortlich sein für eine Menge. Beziehungen, Freundschaften, kleine, subtile Glücksmomente. Es sind nicht nur die Lieder, die über ein geglücktes Mixtape entscheiden, sondern die Zusammenstellung, die Reihenfolge, etwas, das mehr ist, als die Summe der Lieder. Die iPodisierung der Welt hat daran nichts geändert außer Begrifflichkeiten: Mixtape heißt jetzt Playlist, ist ein wenig dynamischer und ungleich länger. Die Playlist ist ihrem Wesen nach eklektisch, alles kann und darf vorkommen, Hauptsache, die Zusammenstellung stimmt.

Stellen wir uns nun vor, uns würde ein Mixtape geschenkt. Von jemandem, der sein Leben lang Radiosendungen moderiert hat, der Bekanntschaften mit Leonard Bernstein und Mahalia Jackson pflegte. Der Musikgrößen aus allen Genres in seiner einzigartig onkelhaften Weise interviewt hat. Der seit frühester Kindheit eine Beziehung zur Musik unterhält. So jemand würde nicht einfach nur ein Mixtape machen. Es würde sich um ein Stück Herzblut handeln, um lange Abende vor dem Kassettendeck oder am Computer, um Zusammenstellungen, die immer wieder verworfen und neu zusammengebaut worden wären, ein vorsichtiges Sondieren der Stimmung des anderen, Playlist-Profiling. Wäre das nicht ein wertvolles Geschenk?

In diesem Sinne, schönes Wochenende

Das Wort zum Wochenende feat. Scooter

Jaaaa-haaa, wir wissen es. Stefan Raab hat auch schon Scooter Texte zitiert. Ist ja gut!

Aber: Dieser hier ist auch ganz besonders schön, passt zum unserem Thema heute und irgendwie hat sich wieder kein DJ oder Nachtlebenopfer gefunden, das heute fähig wäre zu schreiben. Und ICH schreib eh schon genug hier. Also: Voilá – “Weekend” von Scooter.

Ach ja noch was: Liebe Plattenfirmen und Anwälte, tut mir leid, ich hab diesmal nicht gefragt… aber ich tu ja quasi was für Eure Portokasse. Außerdem ist Scooter-Lyrik ja fast schon allgemeines Kulturgut. Bussi, Jens

This one is going out to everybody in the place!
Sounds of the track attacker!
Go ahead!

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Das Wort zum Wochenende von Markus Winter aka. DJ Real

Weils letztens so schön war und auch so kontrovers diskutiert wurde hier nochmal ein Wort zum Wochenende von DJ Real:

Nighttalk – smaltalk – discotalk – dirtytalk

Hey lange nicht mehr gesehen – wie geht’s – gut und dir – ja auch, muß ja – und, treibst denn so – du alles cool, wie gesagt – macht die musik – ja, läuft, hörst du ja – schon meinen neuen track gehört – ne laß mal hören – hast nen mp3 stick hier – kennst du die neue scheibe vom ding – nee aber krieg ich noch – wo kommt er denn her – war grad im dings– und wie wars – du ganz ok – aber die üblichen gesichter – war jemand bekanntes – ne nur die, die du auch kennst – und weiter – nix weiter – spielst du denn grade noch im proletenclub – nee schon lange nicht mehr – und wo jetzt – du hier und da und in der ganzen welt – verstehe – geht’s grad ab bei dir – ja bin ziemlich unterwegs – apropo unterwegs – also wenn du jetzt das meinst – nee bin da schon lange weg davon – schade wollte heute mal richtig gas geben – kann ich dir leider nicht weiterhelfen – hast keinen wachmacher hier – nee aber geh doch mal ins starbucks, sollen nen guten kaffee haben da – haha sehr witzig – was macht denn der ding so – du keine ahnung, hab den das letzte mal auf der weihnachtsfeier gesehen – war ziemlich besoffen und alles andere auch – jaa der gibt’s sich’s zur zeit auch hart – im endeffekt doch alle oder – na ja so kann man das nicht sagen – sag mal kommst du noch mit ins dings – nee da geh ich einmal im jahr hin, und das war erst letzte woche – außerdem muß ich heim, mein spatzl wartet auf mich – schade, ich glaub da geht noch was – meinst – ja also dann auf, hier isses ja eh nicht so toll – wenn das mit dem rauchen nicht wäre – du da is jetzt auch raucherclub – ne, oder – doch, wenn ich dir’s sage – das macht doch jetzt auch jeder – na besser als rausgehen und vor der tür qualmen – find ich auch – aber irgendwann raucht doch eh jeder im club – kontrolliert doch keiner mehr ab nem gewissen pegel – ja wenn der chef auch schon rauchend im club rumläuft – hehe echt – also los – sonst kommen wir hier nie weg – außerdem hab ich meine ex grad hier rumfallen sehen – das muß nicht sein das wir die noch sehen – oh jetzt kommt der typ von der achso tollen dingsbar – also ich hab ja keinen bock auf den – wieso – der textet mich immer so zu – ach jetzt hör auf – sprechsalz – ne der is so – ja es gibt leute die nerven einfach – ja find ich auch – und dann kommt man nicht mehr los – ich muß jetzt hier weg – hey ich hol nur schnell meine jacke – ich warte unten vorm taxi – yo, bis gleich – und wartest schon lange – ne passt schon, 3 zigaretten – ok, ich hab noch den ding getroffen, musste kurz nummern tauschen, und außerdem stehen die da an – wo – toilette – furchtbar oder – also das nächste mal piss ich denen in die bar – hehe, wollen wir los – du ich bin schon ziemlich durch und ich glaub ich fahr heim – du spinnst doch – nee echt, man muß wissen wann schluß is – komm jetzt, das wird lustig da – nee echt, ich hab schon ziemlich getankt und ich will nur noch heim ins bett – du bist mir ja so einer – komm jetzt und steig mit ein – nee ehrlich, ich fahr heim – na ich kann dich ja nicht zwingen – ja fahr dahin und grüß mir alle, ich weiß eh wie das wieder endet – hast ja recht, aber vorwärts immer rückwärts nimmer – war das von goethe – ne von honnecker – ja und jetzt ab – fahr du heim – ich zieh weiter – viel spaß und hat mich gefreut – ja mich auch – bis demnächst – ja man sieht sich – immer zweimal – hallo taxi – bitte in die dingsstraße 11 – was für ein arschloch –

Das Wort zum Wochenende, feat. Alex Sasse

Die Geschichte von der größten Stehparty der Stadt und den besten Münchner Djs.Donnerstag. Scheinbar ein Tag wie jeder Andere. Ich bin schon wieder spät dran.

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Pink im Apartment11 – Der Sasse Alex

Shit, wo ist jetzt mein Autoschlüssel. Ach ja. Den Kater noch füttern. Dann aber los. Die warten schon auf mich. Das gibt wieder nen Anschiss… Schnell ins Pacha. Aber bloß nicht geblitzt werden. Hab schon genug Punkte. Zum Glück ein freier Parkplatz direkt vor der Hütte. Schnell noch Gästeliste abgeben, dann Vollgas. Die üblichen Wahnsinnigen fahren sich zum Glück noch den dritten Teller von diesem hochwertigen Buffet rein. Hätt ich mir gar nicht so den Stress machen müssen!

21 Uhr. Die Party geht los, die ersten Gäste tanzen. Es wird immer voller. Zeitgleich macht das 089 auf. Ein Sog entsteht. Die hälfte der Gäste rennt rüber (es sei dazu gesagt, dass Donnerstags Pacha und 089 Bar miteinander verbunden sind).

Zwei Stunden später seile ich mich kurz zu einem kleinen Spionageakt ins 089 ab. Da stehen sie alle….. wie die Hühnchen auf der Stange. Keiner bewegt sich. Geht ja auch nicht…. kein Platz!! Der Dj geht ab!! Tanzt zu Loverboy`s Turn me lose, wirft die Hände in die Höhe zu Lionel Richie`s Dancing on the ceiling, singt lautstark mit zu Weilst a Herz hast wie a Bergwerk von Reinhard Fendrich. Und macht den Kopfnicker zu………. die CD hängt, 30 Sekunden, 1 Minute….. Er hat versehentlich auf Pause gedrückt.

Er hört es aber nicht.

Er hat den Kopfhörer auf!!!!!

Das Wort zum Osterwochenende von Pfarrer Christian Schreiner

Zum heutigen Karfreitag hat uns mein Cousin, Pfarrer Christian Schreiner aus Kolbermoor, die ganz besondere Ehre erwiesen ein paar Gedanken zum Karfreitag und Tanzverbot aufzuschreiben. Vielen herzlichen Dank hierfür, insbesondere für die spontane Zusage!
Christian Schreiner

Karfreitag. Warum heißt der eigentlich so? Und was soll das eigentlich? Christus, für unsere Sünden gestorben. Das versteht doch kein Mensch.
„Kar“ – das kommt vom althochdeutschen „Chara“, das heißt Trauer. Also trauriger Freitag. Traurig schon allein, weil Clubs und Bars geschlossen bleiben. Tanzverbot, sagt man.
Für mich ist der Karfreitag schon wichtig. Klar, ich bin Pfarrer; aber nicht nur deshalb.
Ich finde es ja auch schön, dass am Sonntag immer die meisten Läden geschlossen sind. Ein Tag der Ruhe, der uns da geschenkt wird. Ich habe zwei Jahre in Kanada gelebt; da sind wir oft am Sonntag einkaufen gegangen. Das war praktisch – aber irgendwie auch schade. Meiner Frau, einer Kanadierin, tut es total gut, hier am Sonntag nicht einkaufen gehen zu können, sagt sie.
Aber zurück zum Karfreitag. Auch da finde ich es ganz heilsam, mal abends nicht weggehen zu können. Schon macht es das nächste Mal mehr Spaß. Dadurch bekommt das Weggehen doch auch wieder mehr Wertschätzung – wenn es zwischendurch mal nicht geht.
Und dann noch die Sache mit Christus. „Für unsere Sünden gestorben“ – das sagt mir eigentlich auch nichts. Aber sehr schön finde ich es zu wissen: Wie schlecht es mir auch gehen mag; so tief ich auch unten sein mag – Gott war schon da! Die tiefste Verzweiflung und Gottverlassenheit hat Jesus selber am Kreuz erlebt. Für mich ist das die größtmögliche Solidarität. Das tut gut.
Was auch immer passiert: Ich kann nicht tiefer fallen als immer nur in Gottes Hand.