Category Archives: Das Wort zum Wochenende

DJ´s aus aller Welt schreiben im DJ München Blog das Wort zum Wochenende.

Das große Ausredenbuch der Münchner Veranstalter.

Neulich kamen wir drauf. Neulich, das war einer dieser Drecksabende am Ende einer Woche mit Brückentag und Scheisswetter, an dem keine Sau in irgendeinem Club war. Und dann dauerts nicht lange, da sitzt die gesamte Gastrofamilie im stillen Kämmerlein oder der Getränkeausgabe und argumentiert sich den beschissenen Abend zurecht. Wir übrigens auch, ist ja nicht so dass bei uns auch immer nur alles supi ist. Und da kamen wir eben drauf, dass man vermutlich mal ein Standardwerk mit Ausreden und Entschuldigungen veröffentlichen muss, aus welchem man sich im Falle einer miesen Party immer bedienen kann.

Hier als ein Auszug eben jenes Buches, welches wir einfach nur schreiben müssen:

  1. Ja mei, es ist halt auch scheiss Wetter, da würde ich auch nicht vor die Tür gehen.
  2. Ja mei, es ist halt geiles Wetter, da sind alle den ganzen Tag im Biergarten und abends fertig.
  3. Ja mei, heute nichts los, aber es ist halt auch Brückentag, da verliert das Wochenende immer.
  4. Ja mei, Feiertage unter der Woche, die Leute gehen halt doch nur am Wochenende weg.
  5. Ja mei, jetzt sind halt grad auch Prüfungen an der Uni.
  6. Ja mei, jetzt ist halt auch grade Abitur, weisste?
  7. Ja mei, ist halt Scheisse, aber die Ströer hat unsere Poster nicht schön gehängt.
  8. Ja mei, warum nichts los ist? Morgen ist Muttertag, da bleiben alle daheim um fit zu sein.
  9. Ja mei, natürlich geht an Weihnachten keiner aus, da sind alle zuhause und streiten.
  10. Ja mei, klar ist es im Club XYZ heute voll, aber da spielt heute ja auch ABC.
  11. Ja mei, die Leute kommen halt immer später in letzter Zeit.
  12. Ja mei, ich glaube unser Booking ist heute zu Underground.
  13. Ja mei, ich glaube wir sind nicht Underground genug.
  14. Ja mei, außerdem ist heute ja auch dieses Technofestival, da sind halt alle.
  15. Ja mei, die Münchner gehen halt am liebsten in knallvolle Drecksläden.
  16. Ja mei, so kalt wie es draussen ist würde ich maximal vom Bett zur Couch gehen.
  17. Ja mei, heute ist halt auch Fußball, da sind jetzt alle besoffen und bleiben daheim.
  18. Ja mei, während der WM gehen die Leute halt nur zum Public Viewing
  19. Ja mei, die Leute haben unsere Werbung halt nicht verstanden.
  20. Ja mei, der DJ spielt heute aber auch Scheisse, den buchen wir nicht mehr.
  21. Ja mei, so langsam wie die immer an der Bar arbeiten würde ich auch nicht wieder kommen.
  22. Ja mei, die jungen Leute gehen halt alle nur auf die Feierbanane
  23. Ja mei, die jungen Leute gehen halt nicht mehr so gerne auf die Feierbanane.
  24. Ja mei, heute ist halt auch eine Holleschek Party, da sind alle die ich kenne.
  25. Ja mei, es gibt halt auch einfach zu viele Clubs in dieser Stadt.
  26. Ja mei, bei den Nachbarveranstaltungen hängt halt auch nur so ein Gschwerl auf der Strasse rum, da würde ich hier auch nicht vorbeikommen.
  27. Ja mei, die Lage von dem Club ist halt an manchen Tagen schwierig
  28. Ja mei, im Sommer gehen die Leute halt nicht so gerne in Kellerclubs.
  29. Ja mei, ich glaube, die Leute haben irgendwie unser Konzept nicht verstanden.
  30. Ja mei, kein Wunder dass keiner kommt, die Besitzer kümmern sich ja auch null im den Laden.
  31. Ja mei, in den anderen Läden ist heute auch nichts los, keine Ahnung warum.
  32. Ja mei, mit den Jungs mache ich nichts mehr zusammen, die ziehen halt keine Leute.
  33. Ja mei, klar, wenn alle anderen Läden Billigsaufen machen kommt halt keiner mehr zu uns.
  34. Ja mei, die S-Bahnen fahren dieses Wochenende ja nicht. Blöd.
  35. Ja mei, heute ist ja auch „Wetten Dass?“. (Historische Ausrede, heute “Klitschko”)
  36. Ja mei, gestern war die Stadt so brutal voll, die sind heute alle verkatert.
  37. Ja mei, an solchen Tagen wie heute ists halt brutal schwer.
  38. Ja mei, der Veranstalter gestern hat den Laden halt verbrannt.
  39. Ja mei, die Bayernspieler sind halt heute alle im P1, da geht halt dann was.
  40. Ja mei, morgen soll ja super Wetter werden, da bleiben halt alle daheim.
  41. Ja mei, die Partyfotos von letzter Woche waren so schlecht, jetzt kommt keiner mehr.
  42. Ja mei, heute ist halt auch das Opening von XYZ.

Aber eines, das wird man sicher niemals hören:

Ja mei, unser Konzept ist scheisse, wir haben´s verkackt und deshalb ist´s halt leer

Undercover November 2012

Stadtteile, Teil 1

Heute beschäftigen wir uns mal mit Münchner Stadtteilen und deren Eigenheiten; zumindest aus unserer Sicht.


Eine kurze Zusammenfassung der Stadtteile, die wir in den letzten Jahren bewohnt haben: Nordschwabing, Haidhausen, Altstadt, Au, Johanneskirchen, Haidhausen, Haidhausen, Haidhausen. Wie man sieht, hat sich das ganze zum Schluss hin sehr auf Haidhausen konzentriert. Warum? Das kann man unter anderem in der Oktoberausgabe der UNDERCOVER nachlesen; aber gerne auch nochmal zur Erklärung: Weil es sich hier echt gut leben lässt. Die Entfernung zu unseren Arbeitsplätzen hat sich im Zuge der Innenstadtbewegung einiger Clubs so gut wie nicht geändert; die Struktur der Bewohner ebenfalls nicht. Nach wie vor wimmelt es in Haidhausen von militanten Kinderwagenmuttis, die einen instantly verfluchen, wenn man nicht 50 Meter bevor man ihnen begegnet, die Straßenseite wechselt, weil sie sonst ja nicht mehr zu dritt nebeneinander flanieren können. Wenn man es wagt, in einem Café die direkt hinter der Eingangstüre platzierte Sperre aus Bugaboos und Retrokinderwagen zu passieren, erntet man ebenfalls hasserfüllte Blicke. Never mess with the Muttertier. Trotzdem ist Haidhausen mit seinen vielen Sportwettenbüros immer noch ein angenehmer Stadtteil.

Schaut euch Giesing an: Nachdem die Bagger das Puerto Giesing abgerissen und die Stadt unseren Trafokeller illegalisiert hat, ist Giesing wieder nur noch, was es an sich schon immer war: ein blaues Moloch. Da hilft auch die Nähe zur Au nichts.
Au? Ja, der Stadtteil mit der Isar. Da, wo man nicht grillen darf und es in Anbetracht der Scherben auch nicht wirklich will. Woher kommen die Scherben? Na klar, von der Hipsterfront aus dem Glockenbachviertel.
Die brauchen ja auch mal eine Auszeit von den Anti-Gentrifizierungs-Demos an der Glocke oder dem ständigen Widerkäuen des „Willkommen im Viertel, ihr Arschlöcher!“. Also ab auf´s Fixiebike, zum Kiosk an der Reichenbachbrücke. Szenegetränk gekauft und damit dann die an sich schön renaturierten Isarufer vollhipstern, vermüllen und damit uncharmant unattraktiv machen.
Aber bald ist rund um den Gärtnerplatz eh alles Berlin-Mitte und die Skinnyjeansträger hauen dann ab Richtung Maxvorstadt. Da ist es dann nicht weit zur Uni (irgendwas mit Medien); und auch die Dichte an Coffeeshops mit WIFI verspricht ein ungestörtes Arbeiten an „Projekten“.

Schwabing hingegen wird, anders als unser Kumpel Otger Holleschek seit Jahren gebetsmühlenartig wiederholt, nie wieder cool. Wirklich, nie. Glaubt uns. Einzig einige Lichtblicke wie das DeNiro vom Baier Flo oder die Hoffnung, dass bald alle Kinderwagenmuttis dorthin ziehen, lassen Schwabing irgendwie sympathisch wirken.

Weiter im Text mit der Altstadt. Wer einmal direkt am Hofbräuhaus gewohnt hat, weiß, wie es ist, gleichzeitig mitten in München und gar nicht in München zu sein. Das Gleiche kann man auch über Klein-Istanbul zwischen Sonnenstraße und Schwanthalerhöhe sagen. Morgens auf dem Weg zur Arbeit treffen Diskoleiche auf Burka und Rucksacktouri auf Dönerladen. Mittags steht der Verkehr und Abends wird aus den ImportExport-Laden auf einmal eine Shishabar und aus dem Schuhladen der Eingang zur Milchbar.

Bei Lehel und Bogenhausen denken wir sofort an den Mietmarkt. Faszinierend, daß Bogenhausen in den Inseraten immer bis weit hinter die Allianzarena reicht. Und auch die letzte Bruchbude im Lehel ist irgendwie immer ein Loft mit „besonderem Ambiente“.
Doch es gibt etwas, das alle Stadtteile vereint: Keine Parkplätze. Und wenn doch, dann stehen da die einstelligen M-Kennzeichen und das ganze Gschwerl von außerhalb.

To be continued.
Bussibussi, Jens&Jo

5 Jahre Witzigundkraus.de

HURRA! 5 Jahre Witzigundkraus.de!

Seit nun einem halben Jahrzehnt lassen wir euch mit Witzigundkraus.de an unserem turbulenten, affigen, interessanten Leben teilhaben. Nach alledem seid ihr uns noch nicht leid? Die Besucherzahlen und die vielen, vielen Drohbriefe und Abmahnungen sprechen eine deutliche Sprache. WUK, wie wir unsere Seite auch liebevoll nennen, ist inzwischen so bekannt wie Angela Merkel, so investigativ wie Sherlock Holmes, so offen wie Polen und so beliebt wie rosarote Flecken auf den Genitalien.

Was aus einer Schnaps-, oder besser gesagt Vodka-Cola-Idee enstand, hat sich zu einem der bedeutensten Kultur-Blogs Europas gemausert… oder so ähnlich. Wie ihr seht, können wir selbst unsere eigene Geburtstagslobhudelei nicht ernst nehmen. Aber das ist sicher auch eines der Erfolgsrezepte unserer lieben WUK Seite: Wir nehmen alles und jeden und vor allem uns selbst gerne mal auf die Schippe und streuen hin und wieder ein Quäntchen Ernstgemeintes hinein.

Wer erinnert sich nicht an die Verbalschlacht mit DJ Pascha, die uns einen solchen Traffic bescherte, dass Jo sich gleich nen Porsche bestellt hat. Erst nachdem er dann von Jens unterrichtet wurde, dass der Megatraffic keine 75 Cent wert war, wurde die Bestellung storniert. Und heute haben wir uns alle wieder lieb.

Dank dieses Blogs bekamen wir erst eine eigene Radiosendung auf Gaga.fm und anschließend wurden wir Kolumnisten im Undercover Magazin. Der Chef Andreas Platz dachte wohl, die sind ganz schön blöd die zwei, aber auch ganz schön lustig. Und alles Grenzwertige, wozu die Redaktion selbst keine Eier hat zu schreiben, überlassen sie dem Duo infernale, dem nichts zu blöd ist und die selbst 2012 noch über Fingerziehfürze lachen können. In letzter Zeit ein wenig stiefmütterlich behandelt, geloben wir unser WUK Blog wieder zu alter Größe zu verhelfen und singen Happy Birthday witzigundkraus.de.

 

P.S.:

Liebe Gema(ffen):
Wir singen nicht die Version von Stevie Wonder sondern eine eigene, selbst komponierte und nicht bei euch im Katalog vorhandene Version.

 

Undercover im August

Wenn jemand von der Hand in den Mund lebt, ist er entweder DJ oder Zahnarzt. Dieses wunderbare Sprichwort passt beim Verfassen dieser Kolumne wie die Faust aufs Auge bzw. wie die Plombe in den Backenzahn. Während nämlich der Jo Kraus gerade einen Wochenurlaub beim Zahnarzt und Implantologen macht, um diesen wiederum mehrere Urlaube irgendwo auf den Seychellen zu finanzieren, sitze ich arme Sau gerade beim einzigen Sonnenstrahl im Juli an der Schreibmaschine um unsere seit Tagen überfällige Kolumne zu schreiben. Und so gerne ich auch mit der Chefredaktion telefoniere; langsam sollte ich dieses Blatt Papier nun auch mal mit infamen Beleidigungen und übler Nachrede füllen. Allein schon, damit die Rechtsabteilung im Verlagshaus an der Bayerstrasse immer was zu tun hat und uns wieder die Hälte aller Pointen wegzensieren kann. Stellt Euch also den nachfolgenden Text um 90% lustiger vor.

 

Fangen wir also nochmal ganz oben an: DJs sind gerne mal pleite, und Zahnätze gerne mal nicht, weil sie sich von diesen ganzen Musikern und Nachtschwärmern ernähren. Wie das geht? Erst wurde einem als Kind der ganze Mund mit hässlichen Amalgamfüllungen im Kieferbereich verhunzt. Anschließend gibts in der Jugend ein paar fiese Sitzungen mit viel Bohren und Schmerzen, was dazu führt, das man bis in die frühen Dreißiger eine ausgewachsene Zahnarztphobie hat und immer die Straßenseite wechselt, wenn man an einer Zahnarztpraxis vorbeikommt. Ibuprofen macht eine schmerzfreie Lebenphase möglich. Und dann, so mit Mitte Dreißig, dann bröckeln die armen von Alkohol und Drogen geschundenen Musikerzähne derart auseinander, daß man nun doch schlussendlich seinen Gang nach Canossa zum Kerkermeister in Weiß geht. Und mit der darauf folgenden Mammutbehandlung kauft sich der Herr Doktor einen Porsche und wir armen Musiker nehmen ein paar Kredite auf, worüber sich dann auch noch die Finanzberater freuen. Quasi eine Win-Win-Win-Situation auf Kosten der sowieso schon vom Leben gebeutelten Musiker und Freigeister. Und wenn ihr in nächster Zeit dem Jo Kraus begegnet, dann erfreut euch an seiner vier Töne zu hellen Stefan-Raab-Kauleiste. Da sieht man wenigstens auch im dunklen Club wohin man schlagen muss, wenn er mit mir zusammen wieder ganz üble Musik spielt.

 

Nächstes Thema: Sommerloch. Während im Juli gleich ein ganzes Feuerwerk guter Events abgefeuert wurde (wir sagen nur Isarrauschen, Greenfields, Isle of Summer, 2 Jahre Hyper, Guetta, CSD, Cavos Sommerfest, P1 Sommerfest, etc.), scheint der August wieder in die alljährliche Sommerflaute zu verfallen. Sicher, hier und da gibts bestimmt ein nettes Event, an dem man sich wie im Juli bei Regen und 12° den Arsch abfrieren kann, aber irgendwie fällt im August die ganze Stadt immer in einen kollektiven Prä-Wiesn-Schönheitsschlaf. Etliche Baustellen legen den Verkehr lahm, etliche Idioten ruinieren die Isarufer mit Scherben und zurückgelassenen Einweggrills und die allermeisten sind irgendwo im Urlaub. Wo auch immer alle sind; in den Clubs sind sie jedenfalls nicht. Klar, da ist es auch meistens zu warm. Oder draußen zu kalt um rauszugehen. Weil wenn wir Münchner eines können, dann ist es über das Wetter zu meckern. Das klappt in anderen Städten irgendwie besser, das mit der Ausgehfreude auch bei widrigen Bedingungen. Gut, in vielen deutschen Großstädten gehste ja oft auch nur in den Club, weil der Rest der Stadt so scheiße ist. Welche Stadt wir da jetzt genau meinen, überlassen wir Eurer Phantasie. Nur soviel: Alle außer München.

 

Prost und bis bald im Wartezimmer!

Witzig und der Mann mit der dicken Backe.

Witzig & Kraus kotzen sich aus… Mai 2012

.. und schon ist ́s wieder Mai. Der Monat, in dem die Resultate zweier Sommerromanzen (nämlich wir) wieder ein kleines bisschen älter werden (Witzig) bzw. gerade eben steinalt geworden sind (Kraus). Dabei hat er doch gerade eben noch in einem Interview geschrieben, der David Guetta, dass es heutzutage sogar ziemlich egal ist, wie alt ein DJ ist. Recht hat er! Älter werden ist schon traurig, aber in einem Learjet weint es sich relativ komfortabel.

Aber nachdem wir beide zusammen in zehn Jahren nicht im Ansatz soviel verdienen, was der Tom Hilner dem Herrn Guetta (der heißt tatsächlich mit bürgerlichem Namen David Guetta; grad gewikipediat) für einen Abend auf dem Königsplatz bezahlen dürfte, müssen wir uns eben wie die meisten anderen auch hin und wieder mal Gedanken darüber machen, was wir denn mal machen, wenn wir alt sind. Oder steinalt, im Falle vom Kraus.

Immerhin fragen uns unsere Freunde schon seit Jahren „Echt, DJ als Hauptberuf? Toll, aber was willste mal machen wenn Du alt bist?“ Gute Frage. Und was ist? Wir machen es immer noch. Und so ganz langsam kommt die Erkenntnis, dass die Frage der Leute eventuell gar nicht so unberechtigt war. Wahrscheinlich ist das dann diese sogenannte Reife. Weil irgendwie steckt man diese Partynächste nicht mehr so einfach weg wie früher. Weil früher, ja damals, ach mei…. was haben wir nicht damals… und so. Was haben wir nicht gerockt. Und heute feiert jedes Kokainbürscherl am Maximiliansplatz wilder als wir. Und haben oft auch eine angeborene Finanzsicherheit bis ins hohe Alter.

Aber schau sie Dir mal an, die großen DJ Namen. Diese Coxens und Moralesens und van Heldens dieser Erde. Alle älter als wir! Leider alle auch ein klitzekleinwenig erfolgreicher als wir, aber nur ein gaaanz kleines bisserl. Merkste was? Wo schreibt der Guetta? Im DJ MAG. Wo schreiben Witzig & Kraus? Eben. (Trotzdem ist die UNDERCOVER in ihrer 101. Ausgabe wieder mal das MAß der Dinge.) Aber auch von dieser Kolumne kann man nicht leben; und auch der glücklichste Leser bezahlt keine Nutten.

Aber jetzt kommt die Crux. Weisst schon, se kruschial point: Trotzdem lieben wir es, können super davon leben und werden es auch weiterhin tun. Wo saßt ihr heute den ganzen Tag? Im Büro. Wo saßen wir? Auf unseren fetten und faulen DJ-Ärschen im Biergarten. Gut, wir saßen eben auch nur deswegen im Biergarten, weil wir eben keine Superstars sind und deswegen auch nicht in der First Class Lounge auf dem Weg nach Dubai zum auflegen waren. Stattdessen haben wir unsere Steuerbescheide, GEMA- Formulare und Anwaltsschreiben heute mal schön im Briefkasten gelassen und trinken uns unser Leben schön. Und in der Tasche immer schön ein paar Dosen Adelskrone, um unter dem Tisch die Mass wieder aufzufüllen. Weil ab jetzt ist Schmalhans Küchenmeister! Die Mieten steigen, die DJ Gagen sinken angesichts dieser Heerschar dahergelaufener DJ-Kiddies, die mit ihren infamen iTunes Chartgeballere unser geliebtes Handwerk beschmutzen und sich mit ihren Taschengeldgagen in die Herzen der Clubbetreiber bzw. derer Finanzberater spielen. Sofern man da von Herz reden kann.

Wahrscheinlich stehen wir in 20 Jahren immer noch in den Clubs rum und machen Musik. Auf unseren kleinen Ghettobastern. Auf der Toilette. Und der Haidinger steht daneben und trinkt ne Weinschorle.

In diesem Sinne: Happy Birthday, immer nur weiter so und Prost. Eure alten Säcke Witzig & Kraus

Witzig & Kraus kotzen sich aus: Januar 2012

Grüß Gott 2012. Der erste Tag im neuen Jahr ist auch immer gleich einer der schlimmsten. Also mal abgesehen von den nicht einzuhaltenden guten Vorsätzen oder der Gewissheit, dass gleich anfang Januar alle Versicherungen und Steuern vom Konto gesaugt werden. Nein, wir reden von einem anderem Dilemma: Mit Ausnahme von strengen Moslems, Genußverweigerern oder Menschen mit Leberschäden hat jeder normale andere einen Fetzenkater an diesem Tag. Oft ist man ja schon froh wenn man an Neujahr nicht mit Schläuchen im ganzen Körper in einer Entgiftungsstation aufwacht.
(Anmerkung am Rande: Wir haben damit keine Erfahrung. Wir sind nur abgestumpft durch die Erlebnisse unserer versoffenen Nachtlebenfreunde, diesem ambulanten Säuferpack).

 

Die EAV hat es passend beschrieben. „Im Gaumen sitzt der Belzebub, das Aug’ ist dunkelrot, die Hypophyse spielt das Lied vom Tod“. Dieses gerade in unserer Berufsgruppe oft gegenwärtige Phänomen hat unseren Forschergeist geweckt und so widmen wir einen Teil dieser Kolumne den Ursachen und der Bekämpfung des Katers.

 

Wir wissen ja nicht, wie Joachim Bublath an die Sache rangegangen wäre aber… was, ihr kennt Joachim Bublath nicht? Aus Forschung und Technik? Nein? Knoff-Hoff-Show? Nein?

 

Ok, dann also anders: Wir wissen ja nicht, wie Aiman Abdallah an die Sache herangehen würde, aber wir sehen uns erst mal die medizinischen Fakten an. Als Kater bezeichnet man umgangssprachlich das Unwohlsein und die Beeinträchtigung der körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit eines Menschen infolge einer Alkoholintoxikation. Einer der Hauptursachen ist die Dehydration. Das bedeutet wir haben zwar genug gesoffen aber zu wenig getrunken. Wären wir schon bei der ersten Präventionsmaßnahme. Da meinen viele Mediziner man solle nach jedem alkoholischen Getränk die gleiche Menge an Wasser trinken. Diese Mediziner waren aber scheinbar noch nie auf der Wiesn oder als Frau in der Schlange vor einer Damentoilette oder generell als Gast bei einer Holleschek-Party. Also unser Tip, nämlich das Wasser vor dem Bettgang zu sich zu nehmen scheint wesentlich praktikabler. Dann muss man zwar nachts alle 5 Minuten aufs Klo aber das muss man eh um sich zu übergeben.

 

Ein weiterer Katerhauptgrund sind giftige Alkoholabbauprodukte. Sie führen  zu den bekannten Symptomen wie Kreislaufschwäche und verminderter Herzleistung was wiederum eine Unterversorgung des Gehirns mit Sauerstoff zur Folge hat. Da raten dann wieder die schlauen Mediziner man solle sich an frischer Luft bewegen um somit den Kreislauf in Schwung zu bringen.

Aber mal ehrlich, wenn wir am 1.1.2012 um 15.00 Uhr nachmittags nach 28 Stunden Vollbetankung aus dem 8 Below (da feiern die coolen Leute nämlich diesesJahr Sylvester) schwanken, halt ich bis nach Hause eher noch die Luft an um nicht zu viel Sauerstoff abzukriegen. Denn egal was diese an der Lebensrealität vorbeistudierten Doktoren auch sagen, die beste Anti-Kater Mittel sind das Siechtum bei Dunkelheit im eigenen Bett, das rummjammern vor seiner Freundin, die Bestellung beim Pizzabringdienst mit der Bitte doch leise zu klingeln, eine Familienpackung Ibuprofen und der feste Vorsatz nie wieder so viel zu trinken.

 

Und somit schließen wir mit der EAV: „Morgen, ja morgen, fang ich ein neues Leben an. Ganz sicher morgen, ned übermorgen, oder vielleicht erst irgendwann. // Doch wie ich um die Ecke komm, seh ich mein Stammlokal, und wieder hab ich keine andere Wahl. Der Franz, der Jo, der Ferdinand, san auch schon wieder da. Na was macht denn schon ein Achtel oder zwo.“ 

 

Prosit Neujahr.

Witzig & Kraus kotzen sich aus…. November 2011

Na, Halloween überstanden? Oder bist Du einer von diesen „early Adopters“ (ein tolles Wort), welche das Undercover Magazin sofort verschlingen, nachdem es der nette Realschüler in deiner Stammkneipe ausgelegt hat und Dir Halloween somit noch bevorsteht? Dann haben wir was gruseliges für Dich:

Ein relativ bekanntes national agierendes Stadtmagazin, nennen wir es mal ähmm „HERZOG“, hat in seiner Oktoberausgabe (die Du als UNDERCOVER-Jünger natürlich nicht gelesen hast) eine Top 50 veröffentlicht. Und zwar nicht irgendeine Top 50, sondern die Top 50 der wichtigsten Münchner. Ja, Du hast richtig gelesen.

Nun ist es ja so, das Hitparaden Quote machen und Schwanzvergleich immer gern gesehen bzw. gelesen wird und gerade in der Wiesnzeit auch der fleissigste Redakteur gerne mal ein Thema wählt, das sich auch mit 2,8 Promille Restalkohol noch einfach abfeuern lässt (siehe unsere Kolumne im Oktober).

Also zur Liste: Entscheidende Faktoren im Ranking waren laut dem Magazin: „Leistungen und Einfluss, Bekanntheit und Beliebtheit sowie Unverwechselbarkeit und Kult-Potential“.

Warum also der Bananen-Didi nicht auf Platz 1 steht ist uns völlig Schleierhaft. Auch der berüchtigte Kiffer-Jesus aus dem englischen Garten hat unserer Meinung nach mehr Kultpotential als zum Beispiel Schmuckdesigner Patrick Muff (Platz 39) oder Robert Maier-Kares (Eisbudenbesitzer auf Platz 47).

Platz 1? Bully Herbig. Gut, mei, Bully halt. Aber vor dem Ude auf Platz 2? Gut, mei. Nun aber mal zu unserem Metier: Musik, Nachtleben und Literatur ähm Party. Team from Hell ist vor den Sportfreunden? Permanent Vacation ist vor Gomma ist vor Schlachthofbronx? Also nix gegen die Zehra vom Team from Hell, ganz sicher nicht; kaum einer tut mehr für die Münchner Kunstwelt; und das sagen wir als absolute Vollpfeifen in diesem Sektor.

Aber sollte auf einer Liste, die Bully, Ude, Fred Kogl und Frau Nuru in der Top10 führt, nicht konsequenterweise auch den Sportis einen Achtungsvorsprung vor münchner Kunstschaffenden bzw. Kunstverteilern geben, so rein aus Sicht des Bekanntheitsgrades? Nein? Scheinbar nicht, und eben dieses stört uns auch an dieser Top10.

Kann man eine solche Liste überhaupt führen? So ganz allgemein? Sollte man da nicht aufsplitten in viele kleine Top50 Listen für alle Bereiche? Also Politiker, Gastronomen, Schauspielen, Partymacher, Modemacher, Top-Fußballer, Spieler bei 60, etc.?

Alleine schon, damit sich die ganzen kleinen Wichtigtuer wie wir auch eine klitzekleine Chance erhoffen können, auch mal in der großen Schwanzvergleichstabelle eines (hoffentlich zumindest) münchner Redakteurs aufzutauchen.

So a´la: „Hach, der kennt mich; und jetzt kennen mich alle; und ich bin auf Platz 49 der 50 wichtigsten münchner Hochzeits-DJs; gleich mal onanieren.“

Da kann sich der Uli Hoenes ja fast noch freuen, dass er als Chefcholeriker des FC Bayerns immerhin mit seiner Elftplatzierung noch vor dem großen Modedesigner Patrick Mohr gelandet ist. Ich meine, der Mohr leitet scheinbar ein international anerkanntes Modelabel („…seine Kollektionen verwischen Geschlechtergrenzen“) und wird von der Modepresse bejubelt… da kann der Hoenes mit seinen popeligen Bayern ja gleich mal nach Hause gehen. Ich mein, wo samma denn?

Sicher, diese ganze Liste ist wohl mit einem Augenzwinkern geschrieben worden. Dennoch hat sich dieses Zwinkern auf uns irgendwie eher als nervöses Zucken übertragen. Vor allem, weil wir nicht drin sind. Geht´s noch?

Witzig und Kraus kotzen sich aus – Undercover im September

Ja, wir wissen, es klingt unglaublich, aber auch wir DJ’s machen mal Urlaub. Dieses Mal haben wir uns entschlossen, euch einen kleinen Einblick in unseren luxuriösen Trip nach Sardinien zu gewähren. Natürlich fährt so ein DJ mit dem Auto nach Sardinien weil wir dort gerne unsere Luxuspassats vorzeigen. Kaum 16 Stunden später und rund 300 Euro ärmer (Fähre, Pickerl, Maut, Benzin) angekommen im regnerischen Urlaubsziel.

Ja, regnerisch, obwohl es um diese Jahreszeit keinen einzigen Regentag geben dürfte. Das hat Sardinien allerdings nicht davon abgehalten, uns ganze vier von diesen zu bescheren. Der Regen war dennoch nicht im Ansatz so unangenehm wie die Tatsache, dass die Buchung unseres Hotels trotz Anzahlung etc. nicht geklappt hat und wir uns in der Superhochsaison in einem Land in dem wirklich niemand Englisch spricht, um Ersatz kümmern mussten.

 

Aber kein Problem – 8 Stunden später und für das 5-fache unseres geplanten Budgets bekamen wir für 3 Tage eine Bleibe. In der Zwischenzeit müsste es ja klappen, für den Rest des Urlaubs ein Hotel zu DJ-freundlicheren Preisen zu finden. War auch kein Problem, da das Hotel über Wifi verfügte und wir dieses auch nach 30-40 Einloggversuchen nutzen konnten. Hat wie gesagt ein bisschen gedauert weil das Passwort 28 Zeichen umfasste. Eine Mixtur aus Zahlen, Buchstaben, Groß-und Kleinschreibung, sinnlos aneinandergereiht. Ihr nennt das dann kryptisch; wir nennen es scheisse userunfreundlich. Eigentlich ein Anlass unseren Lieben zu Hause einen kleinen Zwischenbericht per Postkarte zukommen zu lassen.

Naiv wie wir Deutschen manchmal sind, haben wir natürlich versucht, die Briefmarken in einer italienischen Postfiliale zu kaufen, dabei hätte uns doch schon von vornherein klar sein müssen, dass es diese nur in einem Tabakladen gibt (kein Scherz).

 

Klingt jetzt als wäre Sardinien keine Reise wert, ist es aber, denn das Essen ist hervorragend, wie fast überall in Italien. Wenn man davon absieht, dass man schon mal 4 Euro fürs Besteck und schon mal 10% „servizio“ bezahlt, bevor man den ersten Biss in seine Pizza con Würstel (Pizza Germany) gemacht hat. Am besten man bestellt ein Bier(ra) dazu weil „wine“ versteht dort keiner, weil englisch und so. Da bekommt man noch leichter eine Musikflatrate (flatto rato musica)

 

So schlau wie der Mechaniker in der Werksatt, der mir per Google Translator übersetzt hat „ihr Wäsche ist defekt“ sind die meisten Insulaner dort leider nicht. Vor allem nicht im Supermarkt, in dem von 20 Mitarbeiter derjenige ausgerufen wurde, der die Frage nach „cold cola“ mit „no“ beantworten konnte. Rein optisch kann das Eiland schon einiges, aber die Ureinwohner mit ihren Eigenheiten, vor allem dem todessehnsüchtige Fahrstil und die wüste Beschimpferei, wenn man nur 80 statt 150 bei erlaubten 50 fährt, sind eher gewöhnungsbedürftig.

 

Als Fazit steht:

Sardinien – angenehm wenig Deutsche, unangenehm viele Italiener.

Nächstes mal wieder Griechenland, ist zwar auch eine Bananenrepublik, aber der 80jährige Mopedverleieher spricht wenigstens 5 Sätze englisch. Zudem kann man sich da ja derzeit für eine halbe Abendsgage eine ganze Insel kaufen, inklusive Touristenbootsanleger, Verbrechertaverne im Hafen und zigtausender hummerfarbener Sommergäste aus dem Vereinigten Königreich, welche traditionell stilsicher „neonrosa bauchfrei“ mit „mindestens 20 Kilo zuviel“ kombinieren. So betrachtet, könnte man manche Diskothek im Umland Münchens auch guten Gewissens „Mykonos“ oder „Kos“ nennen. Nur den Döner, den können die Griechen besser.

Liebes KVR.

Nachdem Ihr jetzt schon mit Anzeigen wegen “unerlaubter Nutzungänderung als Diskothek” in einem ehemaligen Umspannwerk am Giesinger Berg um euch werft, wollen wir Euch in Zukunft die aufwändige Recherche ersparen und bieten ab sofort alle Eventeinladungen auch als PDF zum sofortigen Abspeichern und Download an; selbstredend in maximal 640 x 480 und 16 bit Farbauflösung, damit ihr das auch gleich adäquat ausdrucken und vor Gericht sauber darlegen könnt. Gerne schicken wir Euch alle Beweismittel gleich auch ausgedruckt zu; “Paperless Office” und so, ne?

Winkewinke aus Stadelheim,

Witzig&Kraus